Grundschule Born

Die Schule in Born konnte im Rahmen eines ökologischen Gesamtkonzepts der sehr engagierten Gemeinde Mompach entwickelt. Am Ortsrand gelegen, im recht schmalen Tal zwischen dem Grenzfluss der Sauer und den Waldhängen wurde das Pilotprojekt realisiert. Die insgesamt acht Klassensäle befinden sich rückseitig über drei Stockwerke angeordnet, mit nur wenigen Metern Abstand zum bewaldeten Hang, der den Schülern ein permanentes Naturerlebnis in Blicknähe bietet. Der vordere Bereich besteht aus einer filigranen Glashalle, die sich über alle Geschosse erstreckt und zum Zirkulieren und als Pausenaufenthalt von den Schülern genutzt wird. Der Wintergarten ermöglicht einen weiten Blick ins Tal und auf den Fluss und bildet für die Kinder eine ständige Verbindung nach draußen. Neben der Naturnähe bietet auch die großzügige, nach Kontinenten angelegte Bepflanzung im Gebäudeinneren den Schülern ein fortlaufendes Erleben von Natur.

 

BauherrCommune de Mompach
Lieu84, Haaptstroos, L-6661 Born
Fläche2.067 m2
Volumen8.630 m3
Fertigstellung2004

Wichtige pädagogische Ansätze finden ihre Umsetzung bereits in der Ausrichtung des Schulgebäudes. So werden die Klassenzimmer mit optimalem, sogenanntem "blendfreien" Nordlicht beleuchtet, über den Wintergarten erhalten sie gefiltertes Südlicht. Das Schulgebäude ist eine 3-geschossige Holzkonstruktion in Passivbauweise und hatte damit im Jahr 2004 in Luxemburg eine Vorreiterrolle. Der Wintergarten dient als Wärmespeicher und Luftkollektor und seine speziell darauf abgestimmte Bepflanzung hat einen positiven Effekt auf das Raumklima. Die Ausrichtung des Gebäudes nach Süden erlaubt darüber hinaus eine optimale aktive und passive Solarnutzung: Passiv durch den Wärmegewinn im Wintergarten und aktiv durch die Installation von Photovoltaikelementen auf dem nach Südosten ausgerichteten Dach. Die Wärmeversorgung wird durch die benachbarte Holzhackschnitzel-Feuerungsanlage geliefert, die mit ortseigenem Holz betrieben wird. Die natürliche und künstliche Belichtung des Gebäudes wird optimiert durch die zwei- bzw. dreiseitige Belichtung der Räume und durch den Einbau von Tageslichtsensoren zur Regelung des Kunstlichtes.

 

 

 

Ein besonderes Augenmerk lag auf einer Minimierung der eingesetzten Technik und einer hohen Nutzerfreundlichkeit der ausgewählten Anlagen im Gebäude. Pro Klassenzimmer wurde ein Lüftungsgerät installiert, so dass die Wartung der Geräte einfach zu handhaben ist. Bei der Wärmerückgewinnung werden die solaren Gewinne aus dem Wintergarten mitverwertet.  Neben dem ökologischen und nachhaltigen Ansatz lag ein besonderes Augenmerk auch auf der Aufenthaltsqualität und einer freundlichen einladenden Atmosphäre des Schulgebäudes. Das Thema der Energiegewinnung wurde spielerisch in das Gesamtkonzept integriert: Eine Tafel in der Pausenhalle zeigt den Kindern jederzeit die Energieproduktion der Photovoltaikanlagen auf dem Dach an. Dazu wäre das Gebaute in seinem Kontext mit dem Thema der "Übergänge" beschreibbar - Innen-Außen, Natur-Bebauung, Wald-Innenbepflanzung, die den Kindern viele verschiedene Erlebnisbereiche anbieten.