CIPA Junglinster

Mit dem Projekt "CIPA" Grande-Duchesse Joséphine Charlotte wurde im Zentrum von Junglinster ein integriertes Altenwohn- und Pflegeheim für 100 Personen mit sämtlichen Versorgungs- und Dienstleistungseinrichtungen des täglichen Lebens realisiert.

Der Entwurf der Architektengemeinschaft Witry & Witry und Jim Clemes gliedert das Gebäude in vier Einheiten, die eine schrittweise Abstufung der Öffentlichkeitsgrade - von der Außenorientierung bis hin zur Privatheit - ermöglichen. Das öffentliche Straßengeschoss beinhaltet Rezeption, Restaurant, Café, Mehrzwecksaal und kleine Ladenlokale. Auch die thematischen Duft- und Farbgärten auf den Flachdächern der Wohnflügel sind von der Straßenebene aus zugänglich. Die halb-öffentlichen Bereiche, der Medizinischen Dienst und die sozial-geriatrische Tagesbetreuung befinden sich im parallel zum Wohnbereich angeordneten Westtrakt. Die privaten Wohnflügel sind nach Süden ausgerichtet und öffnen sich zu den für die Region typischen Streuobstwiesen entlang der renaturierten Ernz Noire im Tal. Sie beherbergen, auf zwei Geschossen räumlich voneinander getrennt, die dementen und die validen Personen, die in vier eigenständigen Organisationseinheiten betreut werden.

Die Begegnungsräume in der Mitte jeder Wohnebene sind im Stil kleiner moderner Wohnräume gehalten und dienen sowohl der Begegnung der Bewohner untereinander als auch für gemeinsame Aufenthalte mit Besuchern. Die von allen Gebäudeteilen erlebbaren Innenhöfe geben der Einrichtung ihr inneres Gesicht. Sie tragen zur Überschaubarkeit der Anlage und zur Identitätsstiftung für die Bewohner bei. Damit sich die Bewohner und Besucher leicht orientieren können, ermöglichen die Hauptflure und Aufenthaltsbereiche immer den Blick auf die Innenhöfe. 

Ein spezielles Farb- und Orientierungskonzept, das mit der Burg Giebichenstein, Hochschule für Kunst und Design Halle, Prof. Klaus Michel und dem Künstler Luc Wolff ausgearbeitet wurde, greift für die künstlerische Gestaltung des Innen- und Außenraumes das klassische Motiv des Gartens im Wandel der Zeit auf. Die verschiedenen Aktivitätsbereiche, Aufenthaltsräume und Flure wurden nach markanten, typischen Orten benannt, die aus öffentlichen Gärten geläufig sind. Farblich wurden die einzelnen Flure und Bereiche entsprechend ihrer Namen und Bezeichnungen - wie beispielsweise Parkallee, Rosengarten, Lindenplatz, Fliederweg - gestaltet und geben dem Gebäude innen und außen eine unverwechselbare Identität. 

Bauherr Croix Rouge Luxembourgeoise
Standort Rue Rahm, L-6142 Junglinster
Fertigstellung 2008
Raumprogramm öffentliches Straßengeschoss, halböffentlicher Bereich mit medizinischen Einrichtungen, private Wohnflügel, öffentliche Dachgärten
Bruttorauminhalt 40.797 m3
Nettogeschossfläche 10.615 m2

Das spezielle Farb- und Orientierungskonzept greift für die künstlerische Gestaltung des Innen- und des Außenraumes das klassische Motiv des Gartens auf, so sind bespielsweise die Innenhöfe, motiviert durch den Obstbaumbestand, thematisch als Kirschbaumhof und als Apfelbaumhof begrünt.